Fitnesstraining für Golfer

Kategorie: Sport

Von: Christian Trapp

,  26. Februar 2016

Der Winter neigt sich dem Ende, die Golfsaison steht bevor und allerhand gute Ratschläge zur Verbesserung des Handicaps machen die Runde.

Nach langer golfloser Zeit, es sei denn im Winter wurde in der Halle oder in wärmeren Gefilden trainiert, ist die mit Ausklingen der letzten Saison noch ganz gute körperliche Fitness wieder abzurufen und den Körper auf die anstehenden Herausforderungen vorzubereiten. Denn eine ausreichende körperliche Fitness ist sicherlich hilfreich, das Handicap zu verbessern.

 

Aber das Angebot ist vielfältig, vom klassischen Fitnessstudio, über Yoga und Pilates bis hin zum aktuellen Renner, dem EMS-Training. Alle Trainingsformen haben Ihre Vor-und Nachteile. Aktuell ist noch eine weitere Trainingsmethode in der Diskussion, das sogenannte Faszien Training. Nicht wirklich neu, aber in letzter Zeit doch etwas gründlicher wissenschaftlich untersucht und dementsprechend medial aufbereitet.

Während klassisches Training, gleich welcher Art, sich im Wesentlichen mit dem Muskel befasst, ob aufbauen oder dehnen, lockern oder straffen, bliebt das Gewebe (Fasziengewebe oder auch einfach Bindegewebe im weitesten Sinne) welches den Muskel umschließt und am Ende den Muskel mit dem Skelettkörper kraftschlüssig verbindet meistens außer Betracht. Dieses meist etwas weißliche Gewebe, sehr gut am Hühnerbollen beim heimischen Metzger zu inspizieren, trägt vielmehr zum Gelingen von Bewegung bei, als vormals angenommen.

Nicht nur die außerordentliche Sprungkraft von Kängurus oder die Überlegenheit afrikanischer Langstreckenläufer ließ die Wissenschaft aufhorchen, denn die reine Muskelkraft konnte keine Erklärung sein. Es stellte sich nämlich heraus, dass das sogenannte Fasziengewebe für den Katapult-Mechanismus verantwortlich ist, der den Muskel entlastet und stattdessen wie ein Vorgespanntes sehr starkes Gummiseil für die hohe Bewegungsenergie verantwortlich ist.

 

Und genau diese Art Energie ist ja zum Beispiel beim Abschlag im Golf erforderlich, also immer dann wenn eine dynamische Bewegung mit hoher Geschwindigkeit gefordert ist, also eine hohe elastische Flexibilität. Trainierte Faszien können zum Beispiel die Schlägerkopfgeschwindigkeit außerordentlich steigern. Explosive Bewegungen, wie zwischen Rück-und Vorschwung werden nicht maßgeblich durch Muskeln hervorgerufen, sondern hauptsächlich durch Faszien.

 

Die Faszien zu trainieren, bedeutet also zunächst zu wissen, wo sich diese befinden, und was genau dann zu trainieren ist. Aber wie trainiert man ein Gummiband. Das größte Problem des Gummibandes ist ja bekanntermaßen die Tatsache, dass es irgendwann kein Gummiband mehr ist, das heißt es dehnt sich nicht mehr ausreichend und zieht sich auch nicht mehr so schnell zusammen. Man sagt den Faszien nach, dass sie verkleben. Mit den modernen Methoden der Medizin ist dies sogar sichtbar zu machen. Junge, elastische Faszien, haben eine geordnete Gitterstruktur, alte Faszien sind ein mehr oder weniger diffuses, verklebtes Netz. Aber die gute Nachricht ist, dass durch geeignetes und nachhaltiges Training die Struktur verändert und das Gummiband wieder elastisch werden kann.

Zahlreiche Methoden sind dazu zwischenzeitlich im Gespräch, selbstverständlich werden auch spezielle Produkte dazu vermarktet, die sogenannten Faszienrollen. Dabei wird an bestimmten Stellen das Fasziengewebe massiert, ausgedrückt und aktiviert. Dies ist sehr einfach alleine, ohne Trainer, auch zu Hause möglich. Sicherlich wirkungsvoller aber ist die Einbindung in ein spezielles Trainingsprogramm unter Anleitung eines guten Sportphysiotherapeuten.

 

Vielleicht stellt sich ja heraus, dass nach dem Winter durch diese Art Übung der Abschlag verbessert wurde, ohne das stundenlang auf dem Platz trainiert wurde.


Fotos © StefanoT / Fotolia.com sowie © Allen.G / Fotolia.com


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