Gold aus Italien

Kategorie: Business

Von: Dr. Larry Steindler

,  24. Januar 2011

Faszinierende Entdeckungen haben schon immer Gemüt und Phantasie erregt. Handelt es sich um echte Werte, ist die Freude besonders groß.

Ein spektakulärer Goldfund in unseren Tagen und auch noch mitten in Europa, im Aostatal in der Mine bei Brusson!. Ist nicht jeder Quadratmeter vor Jahrzehnten schon längst an den Stellen durchsiebt, an denen am ehesten das Berggold zu vermuten war? Keineswegs! - Zumindest noch nicht mit allen Mitteln des Fortschritts wie z.B. modernsten Metalldetektoren, die viel gezielter Informationen über die Lage liefern können als je zuvor.

 

Nicht allein Technologie führte zu diesem erfolgreichen Fund von immerhin etlichen Kilo Gold, über den die Medien mit Aufregung berichten. Geologische Erkenntnisse der Gegenwart, nüchternes Kalkül und zugleich Vertrauen auf die Wissenschaftsgeschichte waren dabei ebenso behilflich.

 

Anhand der Lektüre von Thomas Reinholds bereits 1916 in Basel erschienenem Buch „Die Goldpyritgänge von Brusson in Piémont“ konnte man ein genaues Bild über erste Fundstellen vor 100 Jahren machen. Zwischen 1904 und 1909 wurden dort im Erz bereits sage und schreibe 717 kg Gold gefunden, das – so wurde gefolgert – auf weitere, noch nicht abgebaute Vorkommen schließen ließ. Reinhold beschrieb zudem, dass die reichsten Vorkommen an den Stellen saßen, an denen das Quarzgestein auf Kalkstein stoße und nicht etwa in homogenen Gesteinsadern.

 

Reinholds Aussage nach waren im Jahre 1910 erst rund zwei Drittel der noch üppige Funde enthaltenden Goldader abgebaut, als das Minenunternehmen beschloss, den Goldabbau aufzugeben. Teils dürfte die Ausbeute fürs Erste genug gewesen sein, teils verhinderte der Mangel an Rentabilität den weiteren Goldabbau in Brusson, da der Goldpreis damals an einem Tiefpunkt stand.

 

Ganz anders sieht es mit dem Goldpreis in unseren Tagen aus: Die alte Mine wurde im Jahre 2010 erneut geöffnet. Etliche hundert kg Gold kann man schließlich nicht einfach liegen lassen, und mit den ersten ca. fünf bis sechs kg Gold hat man gewiss einen guten Anfang gemacht. Vivant sequentes!

 


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