BIC, IBAN, SWIFT usw. – doch was steckt dahinter?

Kategorie: Business

Von: Virgil Grigoras

,  11. Oktober 2009

Im Zusammenhang mit Banküberweisungen steht BIC nicht etwa für den weltberühmten Kugelschreiberproduzenten gleichen Namens, sondern für Bank Identifier Code. Es handelt sich dabei um das Code-System von Bankleitzahlen zur eindeutigen Indentifizierung von Bankfilialen.

Für die Abwicklung von Zahlungsgeschäften nimmt die Firma Swift eine zentrale Bedeutung ein. Sie ist eine internationale Genossenschaft, deren Hauptsitz sich im belgischen La Hulpe, in der Nähe von Brüssel befindet. Ihre Mitglieder bestehen aus weit über 8000 Bank- und Finanzinstituten und sind in mehr als 200 Ländern beheimatet. Auch Swift ist eine Abkürzung und heißt Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication.

Der bei internationalen Geldüberweisungen anzugebende acht- oder elfstellige Swiftcode oder auch BIC ist für die Bezeichnung der Bank weltweit gültig. Unspektakulär aber von enormer Wichtigkeit, wickelt die Swift täglich ca. 15 Millionen Transaktionen im Gesamtwert von mehreren Billionen Euro problemlos ab. Damit das Netzwerk auch künftig gut funktioniert, wird Ende 2009 ein weiteres Operating Centre seine Arbeit in der Schweiz aufnehmen. Derzeit sind in den Niederlanden und den USA drei Filialen in Betrieb. Inwieweit der Serverbetrieb in den USA dann vollständig weitergeführt wird, ist gegenwärtig ein Politikum.

Swift standardisiert im Übrigen nur den Nachrichtenverkehr mit Hilfe gesicherter Netztechnologie. Sie ist – auch für ihre Mitglieder - nicht in irgendeiner Weise kontoführend oder –verwaltend, also auch keine Clearingstelle, sondern nur technischer Serviceanbieter.

IBAN ist die Abkürzung für international standardisierte Bankkontonummern. Sie besteht, wie bei Auslandsüberweisungen erkennbar, aus Bankidentifikation plus Kontoidentifikation, ist jedoch insofern ein offenes System, als unterschiedliche nationale Notationsweisen im IBAN-Format integrierbar sind. Die Zahl der Stellen kann bis zu 34 betragen und von Land zu Land variieren. In Deutschland sind es z. B. 22 Stellen, in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein 21, in Österreich 20, in Griechenland und Monaco 27 und in Malta 31.

Die Bankidentifikation in der IBAN enthält die Identifikation in der jeweiligen nationalen Zahlennotation, wobei der BIC-Code aus einer der Normierung entsprechenden Buchstabenfolge besteht und zur Eindeutigkeit beiträgt.

Die neuen Euro-bezogenen SEPA-Überweisungen werden nicht in dem SWIFT-üblichen sog. MX-Nachrichtenformat abgewickelt. Die SWIFT dient dabei nur als Leitungsprovider. Für diesen Nachrichtenstandard ist dagegen der European Payments Council (EPC) zuständig. SEPA heißt Single Euro Payments Area und soll noch mehr zur Einheitlichkeit des europäischen Zahlungsraumes beitragen.

Laut Privatbankinformationen zum noch jungen SEPA-System profitiere der Kunde im Gegensatz zur bisherigen Europa-Überweisung vor allem von einheitlichen Formaten und verkürzten Ausführungsfristen. Der internationale Zahlungsverkehr wird zumindest technisch gesehen zunehmend einfacher und sicherer. Hoffentlich ist auch die politische Vernunft international weitsichtig genug, die damit gegebenen positiven Chancen nicht zu beeinträchtigen.

www.swift.com


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