Wieder begehbar: die Freiheitsstatue in New York

Kategorie: Fine Arts

Von: Dr. Larry Steindler

,  07. Juni 2009

Jahrelang war der spektakulärste Aussichtspunkt der Freiheitsstatue, der Kopf, nicht geöffnet. Die Anschläge vom 11. September, aber auch feuerpolizeiliche Bedenken hatten die Sicherheitsmaßstäbe so hoch gesetzt.

Für hundert Tausende von Schaulustigen war es mit der Aussicht von der obersten Plattform des neoklassizistischen Sockels zunächst Schluss. Am 4. Juli 2009 wird es aber wieder soweit sein: die Besucher dürfen nach der vollständigen Neueröffnung dann auch in den Kopf hinaufgehen und die Sky Line von New York bewundern.

Die Befürchtung von Anschlägen sowie Vorsichtsmaßnahmen bezogen auf bautechnische Probleme im Halsbereich haben die volle Zugangsmöglichkeit des berühmten Wahrzeichens lange verzögert. Ähnlich wie z. B. für einen Besuch der Alhambra in Granada müssen sich Besucher nun durch Vorreservierung im Internet frühzeitig ankündigen. Allerdings sind die Zahlen hier naheliegender Weise niedriger: Ganze 240 Bewerber werden täglich für den Besuch der Freiheitsstatue ausgelost, von denen jeweils immer eine Zehnergruppe ganz nach oben in den Kopf steigen darf.

Aus 25 kleinen Fenstern erschließt sich dem Betrachter dann in 90 Meter Höhe eine wunderbare Aussicht auf Manhattan! – Anlässlich des 100-Jahre Jubiläums der Statue wurden bereits 1986 drei Jahre dauernde Renovierungsarbeiten abgeschlossen, in denen das Innere der Statue nicht oder nur beschränkt zugänglich war. Damals kümmerte man sich um strukturelle Schwächen der Schulter und des rechten Armes. Auch wurde die heute im Eingangsbereich aufgestellte Originalfackel (s. Bild) durch eine stabilere mit moderner Elektronik und vergoldetem Rahmen ersetzt.

Diesmal hatte man Sorgen, wie die Besucherströme sicher durch den engen Hals geführt werden könnten, ohne dass dieser oder das verhältnismäßig zarte Stahlgerüst in irgendeiner Weise gefährdet werden würden. – Immerhin handelt es sich bei der Konstruktion um einen faszinierenden ingenieurtechnischen Kompromiss zwischen Einfachheit, Leichtigkeit und damit Transportfähigkeit, Größe und differenzierter Ausarbeitung.

Die 350 Einzelteile der Freiheitsstatue, ursprünglich ein Geschenk des französischen Staates anlässlich des 100-Jahrejubiläums der Unabhängigkeitserklärung, wurden aus Frankreich verschifft und 1886 aufgestellt. Die Platten bestehen aus Kupferblech. Der Entwurf verdankt sich dem französischen Bildhauer und berühmten Sohn der elsässischen Stadt Colmar: Frédéric-Auguste Bartholdi. Für die Details der Konstruktion, insbesondere dem Eisenskelett im Innern war Maurice Koechlin verantwortlich, Chefkonstrukteur der Firma vom großen Gustave Eiffel.

http://www.nps.gov/stli/


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