Zu neuen Ufern: die Automobilindustrie rüstet sich

Kategorie: Autos

Von: Dr. Larry Steindler

,  18. April 2009

Wer die Nachrichten und Messeneuheiten als Kunde und weniger als Akteur der Automobilbranche verfolgt, braucht vor der angespannten Lage keineswegs erschrocken zu sein. Ein längst überfälliger Innovationsschub ist mit einer gewissen Breitenwirkung an den Start gekommen – mit bedeutenden Folgen für die Kultur des Individualverkehrs und des Bewusstseins für den PKW.

Neben tagesaktuellen Sorgen um die Finanzen liegt vor allem eins auf der Hand: die neue Bedeutung der innovativen Bemühungen in den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der Autokonstrukteure. Nur hier kann den deutlichen Verkaufsrückgängen und Nachfrageverschiebungen langfristig begegnet werden.

Verbrauchsarme Motoren, umweltschonendere Abgase, was jahrzehntelang häufig als leeres Versprechen und zugleich als nicht ganz ernst zu nehmende Frage gegolten hat, ist nun wegen der Automobilkrise und des vorangehenden Benzinpreisschocks ausgemachte Sache: sparsamere und umweltfreundlichere Motoren auch in der Ober- oder sogar Luxusklasse.

Hybridfahrzeuge wie der vielbesprochene S 400 BlueHYBRID von Mercedes-Benz oder auch das fieberhaft voran getriebene 7er Hybrid-Fahrzeug von BMW, im Bewusstsein der Kunden durch den ersten großen Wagen mit Wasserstoffantrieb bereits vorbereitet, sind vielversprechend und langfristig ein Vorzeige-Muss mit positiven Wirkungen für die ganze Branche.

Aber auch Innovationen wie das Doppelkupplungs- bzw. Direktschaltgetriebe als verbesserte und besonders umweltschonende Form des Automatikgetriebes, unter anderem in neuen Volvo-Fahrzeugen, oder der kalifornische Tesla Roadster-Flitzer mit reinem Elektromotor und 215kW Stärke sind wichtige Wegmarken für die neue Zukunft des Fahrens.

Sparsamkeit im Verbrauch ist demnach als hohe Innovationsleistung und als eine Frage der automobilen Kultur in das Bewusstsein auch konservativer Autonutzer getreten, denen die Gelassenheit großer Triebwerke schon immer am Herzen lag.

Wenig überraschend: Rolls-Royce ist sogar über derartige Diskussionen erhaben. So wird ausgerechnet für 2008 von einem deutlichen Umsatzsprung berichtet. Und der Umweltaspekt dürfte bei einer Auslieferung von nicht mehr als ca. 1200 Fahrzeuge keinen Anlass zu öko-wissenschaftlichen Exkursen bieten. Doch selbst hier ist klar: Neue Modelle wie der 200EX verbrauchen weniger Sprit als der legendäre Phantom oder die Rolls-Modelle früherer Zeiten.


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