Zumwinkel-Prozess: Dr. Z. auf der Anklagebank

Kategorie: Business

Von: Stanislaw Sandezki

,  22. Januar 2009

Mit Aufnahmen die weltweit im Frühstücksfernsehen zu sehen begann der Morgen des 14. Februar 2008 nicht nur für den Fernsehzuschauer sondern hauptsächlich für Herrn Dr. Zumwinkel selbst ziemlich überraschend.

Unter dem Blitzgewitter diverser Papparazzi wurde Herr Dr. Zumwinkel samt seiner Frau von der Staatsanwaltschaft abgeführt worden – keine Verhaftung, lediglich ein Arbeitsgespräch soll geführt werden.

Durchsucht wurde gleichzeitig das Büro des Managers in der Konzernzentrale im Post Tower in Bonn und weitere Privaträume von Herrn Dr. Zumwinkel in Deutschland.

Die Ermittlungen standen im Zusammenhang mit Geldanlagen in einer speziellen Stiftung nach liechtensteinischem Recht über die LGT Bank und der Daten-CD die in einer umstrittenen Aktion durch den BND von einem ehemaligen Angestellten der LGT erworben wurde. Da sich Zumwinkel kooperativ zeigte und einen Betrag von vier Millionen Euro als Sicherheitsleistung hinterlegte, wurde ein gegen ihn bestehender Haftbefehl außer Vollzug gesetzt.

 Und nun war es so weit – einer der Dinosaurier der Deutschen Wirtschaft wurde nun am 26. Januar 2009 von der 12. großen Strafkammer des Landgerichts Bochum wegen Steuerhinterziehung zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Weiter erteilte das Gericht eine Bewährungsauflage, nach der ein Geldbetrag in Höhe von einer Million Euro zu zahlen ist. Zumwinkel hatte umfassend gestanden, über eine Stiftung in Liechtenstein Steuern in Höhe von knapp 970.000 Euro hinterzogen zu haben. Laut Anklage soll Zumwinkel in den Jahren 2001 bis 2007 sogar Abgaben in Höhe von 1,2 Millionen Euro nicht abgeführt haben. Bezüglich des Jahres 2001 ließ das Gericht die Anklage allerdings nicht zur Hauptverhandlung zu, weil die Tat bereits verjährt ist und die Verjährung nicht rechtzeitig unterbrochen wurde, da ein Ermittlungsrichter die notwendigen Beschlüsse 12 Stunden zu spät ausgefertigt hatte.
 
Am 28. Januar 2009 wurde bekannt, dass im Zusammenhang mit der Verurteilung automatisch Schritte des Bundespräsidialamtes eingeleitet wurden, die zur schnellstmöglichen Aberkennung des Bundesverdienstkreuzes von Klaus Zumwinkel führen sollen.

Aber auch in diesem Jahr wird erneut gegen Dr. Z ermittelt: Im Rahmen der Telekom-Bespitzelungsaffäre hat zudem die Staatsanwaltschaft Bonn Ermittlungen gegen Klaus Zumwinkel eingeleitet - er steht im Verdacht, die Ausspähung von Telefondaten über mehr als ein Jahr lang angeordnet zu haben.


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